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Update Zinskurve: die wundersame Wertvermehrung

Update Zinskurve: die wundersame Wertvermehrung

Vor exakt vier Monaten publizierte ich hier den Artikel Die inverse Zinskurve: Grund zur Panik. Seitdem haben sich praktisch alle Märkte erholt. Besonders interessant zu beobachten, wie sich die Sektoren gegenseitig hochgeschraubt haben: zuerst erholten sich alle Titel querdurch, dann zogen Value- (z.B. Nestlé) und Industrie-Aktien an, und soeben starteten die Tech-Titel wieder richtig durch und kratzen nun als erste am Allzeithoch. Und sogar Bitcoin gibt wieder kräftige Lebenszeichen von sich, während Gold und Silber vor sich her dümpeln. Stellen sich drei Fragen:

1. Was hat sich makro-ökonomisch geändert?
So weit ich es interpretiere, eigentlich gar nichts. "Handelskrieg", "BREXIT", "Italienkrise", mehr Gegenwind für Techtitel (Regulierung, Besteuerung etc.), alles noch aktuell. Querdurch bestätigt sich die Konjunkturabschwächung, je nach Interpretation und Glaubwürdigkeit "nicht so schlimm wie noch im Dezember befürchtet" und keine Rezession "um die Ecke".

2. Wie sieht die Zinskurve aus?
Invers! Jetzt sind auch die 1jährigen invertiert und die Zinsen nochmals alle nach unten gegangen
US / Rest of the World:




Stand: 17.3.2019

3. Wie ist die jetzige Entwicklung möglich?
Solange sich diejenigen, die Kapital haben, gegenseitig vertrauen und (vielleicht gegen jede Vernunft) optimistisch sind und gegenseitig handeln, können Assets prinzipiell beliebig steigen - und das selbst, wenn die Rendite auf 0 sinkt (siehe Roger Federer's angeblicher Wertzuwachs mit dem über Jahre brachliegenden (d.h. Rendite = 0 oder negativ) Herrliberggrundstück - oder Obligationen mit negativer Rendite).
Hier ein simples Beispiel: Ich investiere all mein Geld in eine Aktie, nein besser Immobilie, sagen wir mal CHF 100. Alles entwickelt sich prächtig, Sie sind interessiert, ich verkaufe für 110. Meine Bilanz: 110 Cash, 10 Gewinn gemacht. Ihre Bilanz: Immobilie für 110. Alles weiterhin bestens, und ich weine meiner Immobilie nach. Möchte sie zurück und zahle 120 dafür. Die Bank sagt: alles bestens, leiht mir CHF 10. Meine Bilanz: Immobilie für 120, CHF 10 Kredit. Ihre Bilanz: 120 Cash, CHF 10 Gewinn gemacht. Sie lesen, wie toll Immobilieninvestment sind und bieten mir daraufhin CHF 130 an, davon CHF 10 fremdfinanziert, und ich sage zu. Ich habe jetzt schon CHF 130 Cash, begleiche sofort meine Schuld bei der Bank habe und habe jetzt CHF 120 und in kurzer Zeit 20% Rendite erwirtschaftet. Und Sie haben eine Immobilie für CHF 130 mit Startkapital von CHF 110 und Schulden von CHF 10 - auch kein schlechtes Geschäft. Mit diesem Spiel können wir uns nun gegenseitig unendlich reich machen, bis entweder die Bank uns den kleinen Kredit für das Delta nicht mehr genehmigt oder einer von uns aus dem Spiel aussteigt. Wer dann die Immobilie in der Hand hat und keinen noch Dümmeren findet, hat verloren!

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